Dienstag, 5. Juni 2012

Desorientiert in Donegal

Hallöchen :)

Gestern konnte ich leider nicht Blog schreiben weil ich mit Schlafen beschäftigt war, dafür bin ich jetzt hellwach und kann demnach wild in die Tasten hauen. Naja allzu wild auch wieder nicht, das mag mein kleiner niedlicher Laptop nicht so wirklich.
Warum ich gestern so viel geschlafen hab? Weil die gute Franzi halb 6 zum Flughafen gefahren werden wollte! Und als ich davon wiederkam war auch nix mit schlafen, weil gestern Mittag auch meine Gastfamilie in den Urlaub nach Fuerteventura geflogen ist und den ganzen Morgen Trubel im Haus war - keine guten Schlafbedingungen. Also hab ich mich dann irgendwann aus dem Bett geschält, und bin ins Gym gefahren, in der Hoffnung, dass wenn ich wieder da bin der Trubel sich gelegt hat und ich schlafen kann. War auch so, als ich wieder da bin musste ich ihnen nur noch einen schönen Urlaub wünschen und dann war das gaaanze Haus still. Naja, fast das ganze Haus. Den Goldfisch haben sie mir hier gelassen, und der macht erstaunlich viele Geräusche in seinem kleinen Aquarium wenn sonst gerade nichts Geräusche macht. Außerdem brummt der Kühlschrank, ticken min. 3 Uhren und immer viertel nach um geht die Kuckucksuhr los (JA, viertel nach, irgendwie sind alle zu faul, sie mal zu stellen, inklusive mir!). Schon interessant, was das Haus so für Geräusche macht, wenn man gaaaanz allein hier ist. Meine Gastfamilie ist jetzt bis Mittwoch (13.6.) im Urlaub, und ich muss erst ab dem 18.6.  wieder arbeiten, also nur noch 2 Wochen ehe ich wieder nach Deutschland zurück komme. Jetzt rast die Zeit also wirklich, heute bin ich seit exakt 10 Monaten auf der Insel und in 27 Tagen fliege ich schon wieder heim.
Die Woche mit Franzi war ein lang ersehnter Ausbruch aus der Arbeitsroutine, endlich mal jemand da mit dem man ein bisschen meckern kann, wenn die Kids ein bisschen nerven, hehe. Für die Kids wars natürlich auch spannend, besonders Caitlin hat uns direkt erklärt, dass sie Franzi viiiiel mehr liebt als mich - kein Wunder, Franzi hat ihr ja auch nicht erzählt was sie zu tun und lassen hat. Montag mittag konnte ich mich dann aber wieder vor Liebeserklärungen und Umarmungen und Küsschen kaum retten als ich ihr einen schönen Urlaub gewünscht hab, wobei Catie mir im gleichen Atemzug mitgeteilt hat, dass sie jetzt die Sonne mit in den Urlaub nehmen wird, und ich dann hier wohl mit Regen und grauem Himmel leben müsse. Und gestern strahlte sie auch noch, jetzt ist alles grau und diesig. Schweinerei!
Zurück zu letzter Woche: Freitag habe ich von meinen Gasteltern freibekommen, also haben Franzi und ich den Vormittag mit chillen und ihren Koffer mit meinen Sachen vollpacken verbracht, um dann, sobald Damien das Auto nicht mehr brauchte selbiges mit Sachen, Proviant und Kameras auszustatten und Richtung Donegal aufzubrechen. Da mein Navi ja damals stibitzt wurde, hatten wir wieder das von Henry (Damiens Vater) bekommen, was ich vor ein paar Wochen schon für die Nordirland-Tour mit Lisett benutzt hatte. Allerdings hat das Navi entschieden, dass es Franzi und mich nicht leiden kann und ist nach einer bestimmten Sekundenzahl nach dem Einschalten immer direkt eingefrorer und tat nix mehr. Das reichte zwar noch zur Positionsbestimmung aber im Prinzip waren wir aufgeschmissen, da wir auch nur eine eher vage Irlandkarte mit hatten. Zu unserem ersten Hostel für Freitag Abend haben wir uns aber noch gut gefunden, auf dem Weg mussten wir allerdings bereits einige Schafe davon überzeugen ihren Po oder ihre Schnauze ein bisschen von der Straße herunterzubewegen. Unser Hostel lag idyllisch am Süd-West-Zipfel von Donegal, und da wir auf unserem Weg in Irlands Norden die grauen Wolken gekonnt hinter uns gelassen hatten schien dort auch herrlich die Sonne vom blauen Himmel. Also haben wir den Freitag Abend in der Sonne genossen, sind ein bisschen herumgewandert, haben uns über das ein oder andere Schaf amüsiert die überall frei herumliefen und dabei ein mehr oder weniger musikalisches Mäh-Konzert von sich gaben und haben dann den Tag mit dem Beobachten des Sonnenuntergangs von einer Klippe aus beschlossen.
Am nächsten Morgen sin wir dann zu unserer Fahrt einmal quer durch Donegal (meistens an der Küste entlang) aufgebrochen. Donegal ist ein weiterer wunderschöner Teil Irlands, überall herrliche Ausblicke über Landschaft und Atlantik. Im Norden von Donegal gibt es mehrere Halbinseln die in Landspitzen mit tollen Ausblicken enden, so zum Beispiel dem Horn Head auf der Rosguill Peninsula und dem Malin Head auf der Inishowen Peninsula, welcher sogar der nördlichste Punkt Irlands ist, wenn man die kleinen Inselchen vor der Küste mal außer Acht lässt. Ohne funktionierendes Navi haben wir uns natürlich einige Male verfahren, aber es trotzdem geschafft einiges zu sehen, zum Beispiel einen von Kühen bewachten Steinkreis, einen Steinbogen an der Ostküste der Fanad Peninsula und natürlich zahlreiche Ruinen am Straßenrand, zum Beispiel den Grianán of Aileach. Unter anderem führten auf der Fanad Peninsula offenbar alle Wege nach Portsalon - zumindest theoretisch. Immerhin konnte mein Handy uns unsere aktuelle Position anzeigen, theoretisch kann das wohl auch navigieren, aber ohne Internetverbindung tuts das irgendwie nicht, aber durch die Positionsanzeige wurden wir dann sogar 2 Mal davon überrascht, dass wir uns auf der anderen Seite der jeweiligen Halbinsel befanden als erwartet. Auf dem Weg nach Hause am Sonntag sind wir dann sogar noch fast auf der falschhen Seite der Insel gelandet, weil die nordirische M1 nicht mit der irischen M1 übereinstimmt. Sonntag sind wir von der Inishowen Peninsula mit einer Fähre auf nordirischen Boden übergesetzt - eine Fähre über den Atlantik, jeeaaaah (wir müssen ja niemanden verraten, dass besagte Fähre nur 15 Minuten für den Weg über die Bucht brauchte...) - weil Franzi wenn wir einmal im Norden Irlands sind gerne den Giants Causeway sehen wollte. Also sind wir mit einem kurzen Zwischenstopp am Dunluce Castle dorthin gefahren, für mich nun das dritte Mal. Diesmal war es allerdings nicht stürmisch und grau wie bei meinen beiden vorherigen Besuchen, sondern wechselhaft-sonnig und nahezu windstill. Also kein wilder Wellengang, dafür aber mal das ganze in der Sonne sehen - ist doch auch mal was!
Alles in Allem also mal wieder ein super Irland-Erkundungs-Wochenende! Jetzt hab ich zwei Wochen Zeit mich in aller Ruhe davon zu erholen, was ich mit meiner vielen Zeit anfangen soll weiß ich noch nicht so recht, da alle andren Mädels hier oben ja trotzdem arbeiten müssen.
Ich werd schon was zu tun finden :)

Damit verabschiede ich mich auch, lade euch noch ein paar Bilderchens vom schönen irischen Norden und breche dann ins Gym auf.

Habt eine schöne Woche!

 Blick aus dem Hostelfenster ;)


 Sliabh League - Irlands höchste Klippen
 Great Pollet Arch

 Grianán of Aileach

 Blick vom Malin Head - Irlands nördlichster Punkt

 Bocan Stone Circle - von Kühen bewacht

 Dunluce Castle

Giants Causeway bei gutem Wetter 

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