Montag, 25. Juni 2012

Time is running out

Einen wunderschönen Montag wünsche ich euch :)

Heute in einer Woche um diese Zeit sitze ich bereits im Flugzeug zurück nach Deutschland. Meine Zeit in Irland nähert sich jetzt drastisch ihrem Ende zu. Am Wochenende habe ich das letzte Shopping erledigt. Samstag habe ich mich von meinem Lieblingsshoppingcenter, dem Pavillions, "verabschiedet" indem ich ein letztes Mal dort durch die Läden, hauptsächlich durch Penneys gestreunt bin und ein-zwei Dinge erstanden habe, die noch auf dem Plan standen ehe ich mit Packen anfange. Sonntag wollte ich eigentlich eine letzte Tour machen, die aber leider ins Wasser gefallen ist, weil Lisett und ich die einzigen waren, die sie gebucht hatten, der Veranstalter aber mindestens 5 Personen braucht um sie stattfinden zu lassen. Also haben wir uns stattdessen in Dublin getroffen, um da nochmal ein Bisschen herumzubummeln und letzte Beschaffungen im Carrolls, dem Dubliner Souvenier-Laden zu machen.
Die letzte Woche war für Caitlin ihre Letzte an der Montessori-Vorschule. Und die Lehrerinnen haben diese letzte Woche recht amüsant gestaltet. Ein Tag war Kostümparty, einer war "Graduation Ceremony", ein Tag Kuscheltier-Picknick, wo Caitlin ihr riesenhaftes Kuscheltiereinhorn mit in die Schule bringen durfte und am Freitag schließlich gab es eine Abschiedsparty. Wer richtig zählen kann, hat sicher gemerkt, dass das nur 4 Tage sind, am Mittwoch hat Caitlin Besuchstag in ihrer zukünftigen Grundschule gehabt, ihre Uniform bekommen, und ihre Lehrerin und Mitschüler kennengelernt. Da hat sie allerdings Damien hinbegleitet, ich durfte mir nur hinterher ihre schier endlosen Erzählungen davon anhören. Sie wird sicher gut in der Schule klarkommen, schade, dass ich sie nicht an ihrem ersten Schultag in der neuen Uniform und mit einem großen Schulranzen sehen kann! Aber meine Gastfamilie hat versprochen mit ein Bild zu schicken. Für Caitlin war es also eine aufregende Woche.
Für alle anderen Beteiligten war es eine Woche wie fast immer, Conor nutzt seine Ferien im Moment hauptsächlich damit, eine ganze Stadt aus Lego zu bauen. Mir ist das ganz lieb, so sitzt er wenigstens nicht nonstop vor Fernseher oder Computer. Eoghain ist der einzige von den drei Kids der noch in die Schule gehen muss. Mein letzter Arbeitstag am 29. Juni wird aber auch sein letzter Schultag sein, dann darf auch er endlich in die verdienten Sommerferien starten, bis Anfang September. Damit wird das neue AuPair sicher viel Spaß haben, 2 Monate lang den lieben langen Tag lang Kinder beschäftigen. Bei mir war es damals nur ein Monat bis sie endlich in die Schule gingen, und der ist mir schon lang genug geworden. Aber sie wird das Kind (bzw. die Kinder) schon schaukeln. Meine Nachfolgerin reist übrigens am Donnerstagabend an, also muss ich an diesem Tag bereits mein Zimmer hier räumen und die letzten Nächte hier im Bett im Playroom schlafen. Das ist nicht unbedingt mein Traum, aber man kann es mir wohl eher zumuten, als dem neuen AuPair. Wenn ich nach Irland gekommen wäre und erstmal in einem Spielzimmer hätte schlafen müssen, hätte ich das doch sehr komisch gefunden und sicher keinen so positiven Start in mein Auslandsjahr gehabt. Außerdem freue ich mich dann umso mehr auf mein Bett zu Hause! Die Kinder haben schon einen Wunschessensplan für meine letzte Woche als ihr Küchenchef erstellt, mal sehen ob ich mich daran so genau halten werden. Auf dem Plan stehen Jagdwurst-Bolognese, Pfannkuchen, Pizza, Schnitzel und Gemüse-Nudel-Auflauf. Die Pizza werde ich wahrscheinlich aus dem Plan streichen aber ansonsten werde ich versuchen ihre Wünsche zu erfüllen, heute geht es mit Jagdwurst-Bolognese los. Caitlin fragt mich mittlerweise mindestens einmal am Tag wie viele Tage es noch sind, bis ich nach Hause gehe, wenn man sie fragt warum sie das wissen möchte, kommt als Antwort, dass sie nur sichergehen möchte, dass es noch nicht allzu bald ist. Mal sehen wie der Abschied wird, ich hoffe ja, dass das neue AuPair für sie so spannend ist, dass es nicht allzu schwer wird, für uns beide.
Gestern habe ich Probepacken veranstaltet. Alles, was mit nach Deutschland muss, habe ich auf meinem Bett aufgestapelt, in Kategorien geteilt, die Kategorien einzeln gewogen und dann einen Plan aufgestellt was in den Koffer kommt, was in das Paket und was ins Handgepäck. Das Paket steht jetzt randvoll gepackt in meinem Zimmer und wartet nur noch darauf, dass ich es zuklebe und zur Post bringe. Es wiegt etwa 18kg. Das Probepacken des Koffer mit dem Restzeug ergab 17,5kg. Also noch 2,5kg Puffer für Dinge wie die Waschtasche und die paar Klamotten die im Moment in der Wäsche sind. Ich sollte also im Gewichtslimit für den Flug (20kg) bleiben, was erst einmal eine Erleichterung ist, da ich befürchtet hatte, selbst mit dem Paket noch Übergewicht im Koffer zu haben.
Heute backe ich ein letztes Mal Kinderkuchen. Da es hier allerdings nur Bleche gibt die etwa halb so groß sind, wie die zu Hause geht einer der beiden daraus entstehenden Kuchen mit mir heute Abend als Geburtstagsüberraschung zu Rebecca. Caitlin findet das gaaar nicht gut. Naja, da muss sie wohl durch, hihi.
Das wars von mir auch schon für heute! Habt eine tolle Woche! :)

 Caitlin's Graduation Foto...ists nicht süß? :D

 Faule Garda-Motorräder in unserer Einfahrt, bekommt auch nicht jeder zu sehen ;)

Mein Reisefortschritt von November bis jetzt (die roten Fähnchen markieren Plätze wo ich war, das grüne Fähnchen mein Haus hier)

Montag, 18. Juni 2012

Cork Calling

Hallöchen :)

Da bin ich schon wieder, diesmal sogar noch pünktlich zum Montag! Und mal wieder bin ich nebenbei gerade dabei, dem Irischen Fußballteam beim Spielen zuzuschauen, mal sehen, wie sie sich in ihrem letzten Spiel im Turnier machen, bisher konnten die Iren ja bei dieser EM nur mit Gesangstalent ihrer Fans beeindrucken.
Am Freitag Abend bin ich erst mit dem Bus nach Dublin gefahren, hab mich da dann mit Lisett getroffen und bin dann von da aus mit einem Expressbus nach Cork gefahren. Cork ist Irlands zweitgrößte Stadt, und sie sehen sich als die "wahre" Hauptstadt Irlands, hauptsächlich, weil das County Cork größer ist als das County Dublin. In Dublin und Umland leben aber mehr als dreimal so viele Menschen wie in Cork und Umland, und ich hab zwar viel mehr von Dublin gesehen also von Cork, aber auch vom Flair der Städte muss ich eindeutig sagen, dass ich Dublin auf allen Ebenen bevorzuge. Dublin ist eben einzigartig. Cork ist nicht hässlich oder sonstwie unangenehm (bis auf den Fakt vielleicht, dass die Innenstadt ein einziges Labyrinth ist) aber es hat irgendwie nicht dieses spezielle Feeling, was in Dublin von jeder Hauswand abstrahlt. Nichtsdestotrotz ist es ganz hübsch da.
In Cork wurden Lisett und ich also Freitag am späten Abend von Lisetts ehemaliger Schulkameradin Julia, die auch ein Jahr als AuPair in Irland ist, nur eben in Cork, abgeholt und sind dann zu ihr nach Ballincollig gefahren, einem der Vororte. Dort haben wir dann noch ein bisschen gequasselt und dann - mehr oder weniger gut - geschlafen. Am nächsten Morgen haben wir schön zusammen gefrühstückt und danach sind Lisett und ich nach Cork aufgebrochen, um eine Tagestour in Corks Umland zu machen. Julia hat uns da nicht begleitet, da sie alle Ziele unserer Tour bereits gesehen hat, außerdem musste sie am Vormittag eh noch ein bisschen arbeiten.
Mit einem sehr lustigen jungen Iren als Tourguide, der uns bei der Fahrt aus Cork heraus mit so manchem verrückten Detail über die Corker Einwohner versorgte (er selbst war ein Dubliner, also hat er einige Witze über die Corker gerissen, die Wortgruppe "weird Cork people" (verrückte Corker Einwohner) fiel etwa 3mal in der Minute...Aus Cork herausgefahren, war das erste Ziel des Tages das Fischerdorf Kinsale. Kinsale ist sehr hübsch, und für seine zahlreichen qualitativ guten Seafood-Restaurauts bekannt. Davon gab es da wirklich viele, beim kurzen Spaziergang durch das Örtchen sind wir von Gerüchen aus den vielen Restaurants und Pubs begleitet worden.
Nachdem wir uns Kinsale angeschaut haben ging es weiter mit der wilden Fahrt, jetzt stand das Blarney Castle auf dem Plan. Das Blarney Castle ist ein recht beeindruckender Bau. Das Highlight des Castles ist der berühmt-berüchtigte Blarney Stone, ein Stein in der Burgmauer ganz oben, der Redefreudigkeit und -wendigkeit positiv beeinflussen soll, wenn man ihn küsst. Um diesen Stein allerdings küssen zu können muss man sich auf ein kleines Abenteuer begeben. Der Blarney Stone ist nämlich so lokalisiert, dass man sich flach auf den Boden legen muss, sich rückwärts über die Kante robben muss und sich nach unten lehnen muss um ihn zu erreichen. Für die von euch, die das jetzt nicht so ganz verstanden haben (ich würde diese Erklärung glaub ich auch nicht verstehen, wenn ich nicht wüsste, wie sie gemeint ist) werde ich unten einfach mal ein Bild von mir anfügen, wie ich besagten Stein mit einem Knutscher versehe.
Nachdem wir uns das Blarney Castle ausführlich angeschaut haben und durch den Park um es herum zum Bus zurückspaziert sind, brachen wir dann zum letzten Tagesziel auf, dem Küstenort Cobh. Cobh ist am bekanntesten dafür, dass hier die Titanic ihren letzten Halt machte, bevor sie sich auf ihre Schicksalsfahrt Richtung Amerika begab. Um sich das ein bisschen vorstellen zu können, stand da auch netterweise gerade ein riesenhaftes Kreuzfahrtsschiff im Hafen. Gegenüber des Cobher Hafens liegt die Insel, die die Irische Navy beheimatet. Diese umfasst eine unglaubliche Anzahl von 7 Armeeschiffen, wäre es eins weniger würden sie nichtmal mehr als Navy gelten, sondern nur als Life Guard. Von diesen 7 Schiffen lag auch da nur eines vor Anker, nicht sehr beeindruckend.
Cobh selbst ist an sich sicher ein sehr idyllischer Hafenort, die Promenade ist sogar von zahlreichen Palmen gesäumt. Zeigen kann ich euch das allerdings nicht, weil es recht ungemütliches Wetter war, als wir da anhielten und ich die Kamera im Bus gelassen hatte, die mag Duschbäder nicht so sehr.
Wieder in Cork angekommen sind Lisett und ich wieder zu Julia nach Ballincollig gefahren, wo wir etwas gegessen und uns ein bisschen die Zeit vertrieben haben, bevor wir abends nochmal nach Cork aufgebrochen sind um das dortige Nachtleben zu testen. Furchtbar lange waren wir allerdings nicht unterwegs, da gerade ich von der Nacht davor in der ich wegen einer undichten Luftmatratze quasi auf dem Fußboden "geschlafen" habe und demzufolge nur etwa 2 Stunden Schlaf abbekommen hatte, wenns hochkommt, bereits einigermaßen ermüdet war. Es waren allerdings auch in Cork nicht mal ansatzweise so viele Leute unterwegs wie man in Dublin an einem normalen Samstagabend antreffen würde, da fehlte also auch ein bisschen die Stimmung. In der Nacht danach habe ich dann auf einer größeren und etwas dichteren Luftmatratze genächtigt und demnach ein bisschen mehr Schlaf abbekommen, also konnten wir Sonntag nach einem weiteren netten Frühstück guter Dinge nach Cork aufbrechen. In Cork sind wir dann bei wunderschönem irischen Regenwetter (Achtung Ironie!) durch die Straßen gezogen, haben Mittags bei einem kleinen Italiener was Kleines gegessen, sind weiter durch den Regen und die Läden gebummelt und haben dann, bevor ich mich wieder in den Bus nach Dublin setzen musste, noch einen Kaffee getrunken. Von Cork bis Julianstown war ich von um 5 bis um 10 unterwegs, konnte also nichtmal das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft verfolgen. Lisett hatte den Montag noch frei also ist sie erst heute wieder Richtung Dublin gefahren.
Ich habe jetzt nur noch 9 Arbeitstage vor mir, allerdings wunderschöne 10-Stunden-nonstop Tage, da die Kids teilweise schon Ferien haben. Und in zwei Wochen um diese Zeit sitze ich schon wieder im Kreis der Familie in Torgau! Die Zeit fliegt nun wirklich davon.

Eine schöne warme Juniwoche wünsche ich euch! (wir dümpeln hier bei 14 Grad und Regenwetter herum...was für ein komischer Juni!)

 Blick auf Kinsale

ein Schaufenster in Kinsale

 eine kleine Kirche in Kinsale

 Die Guinness-Schilder sind noch immer die Coolsten!

 Blarney Castle aus der Ferne...

 ...und aus der Nähe.

 Blick in die unterirdischen Kerkergänge der Burg

 Im Inneren der Burg - eine Etage ist verschwunden, also hängt der uralte Kamin in der Luft

 Blick auf ein alten Herrenhaus vom Castle

 Blick ins Innere des Blarney Castle

Und wie versprochen: Ich beim Küssen des Blarney Stone! (ja, unter meinem Kopf gehts knapp 30m in die Tiefe!)

Donnerstag, 14. Juni 2012

Sturmfrei!

Guten Abend ihr Lieben :)

Ich wurde schon gerüffelt, dass ihr alle nach meinem neuen Blogeintrag gesucht hab, und keiner war da, also schreib ich jetzt mal wieder, obwohl ich eigentlich gerade dem armen irischen Fußball-Team beim Verlieren gegen die übermächtigen Spanier zuschaue.
Bei mir ist gestern Nacht wieder Leben ins Haus eingekehrt, nachdem meine Gastfamilie 10 Tage im Urlaub auf Lanzarote waren. Jetzt laufen 5 Schokoriegel im Haus herum und ich komme mir zwischen soviel brauner Haut ganz geisterhaft vor, hihi. Die ganze Ruhe im Haus war sehr entspannend, wurde aber irgendwann auch ziemlich langweilig, weil man ja nicht wirklich viel machen kann, wenn man erstens durch hohe Dieselkosten abgeschreckt wird, einfach mal wo hin zu fahren und zweitens alle anderen AuPairs hier ja arbeiten mussten. Montag bis Mittwoch hab ich also tagsüber zu Hause verbracht, war zwischendurch im Gym, hab mich einmal abends mit einem anderen AuPair getroffen und viel geschlafen. Donnerstag habe ich mich dann in Dublin mit Thiara getroffen (einer Brasilianerin aus Deutschland, die nach einem Auslandssemester in Londonderry ihre letzte Woche in Irland in Dublin verbracht hat, und die ich damals mit Lisett in Belfast kennengelernt habe). Mit ihr bin ich ein bisschen durch die verregneten Dubliner Straßen gezogen, und dann haben wir uns die Old Jameson Distillerie angeguckt. Inzwischen wird Jamenson zwar komplett in Midleton produziert, aber früher war es eben in der Bow Street in Dublin, und die Führung, die Geschichte und die Herstellungsart fand ich sehr interessant. Am Ende haben wir alle noch einen kleinen Jameson-Shot und ein Jameson Mixgetränk bekommen (der pure Jameson war mir doch etwas zu herb, gemixt mit Cranberry-Juice war es allerdings sehr lecker!).




Samstag hab ich dann mit Johanna in Drogheda verbracht, mit bummeln, spazierengehen am River Boyne, in der Sonne relaxen und quasseln. Von Sonntag bis Mittwoch hatte ich dann nochmal einen Besucher, einen Freund aus Dresden, mit dem ich nochmal in Dublin war, und am Montag ein bisschen das sonnige Wetter ausgenutzt habe und die uralten Monumente Newgrange und Knowth besucht haben, welche schätzungsweise 1000 Jahre älter sind als die Pyramiden von Gizeh und 600 Jahre älter als Stonehenge in England. Newgrange ist zwar das beeindruckender aussehende von beiden, und damit das Besucheranziehendere, ich fand allerdings Knowth beeindruckender. Beide sind im Prinzip sogenannte Passage Tombs, also neolithische Begräbnisstätten. Das Besondere an ihnen, sind die Passagen, Gänge die mehr oder weniger tief in das Monument hineinführen (19m in Newgrange, zweimal 40m in Knowth). Der Gang in Newgrange ist so konstruiert, dass am kürzesten Tag des Jahres (also am 21. Dezember) in der Morgendämmerung für 17 Minuten das Sonnenlicht einen Strahl in die Passage wirft, und die heilige Kammer am Ende erleuchtet. Das ist ein bis heute so faszinierendes Event, dass es eine riesige Lotterie gibt, um die Chance zu bekommen, das einmal zu sehen, weil immer nur 20 Leute auf einmal in die Kammer passen und man es trotzdem noch sehen kann. Alles sehr interessant also. Überdies gibt es faszinierend ausgeschliffene Steine in und um beide Monumente, Knowth ist außerdem noch von 18 sogenannten Satellite Tombs umgeben, welche ein bisschen wie Teletubbie-Hügel aussehen (für die, die wissen wovon ich da rede, hehe).
Gestern Nacht ist dann also meine Gastfamilie wiedergekommen, jetzt ist wieder Leben im Haus, arbeiten muss ich trotzdem erst Montag wieder und dann sinds nur noch 2 Wochen bis ich wieder nach Deutschland fliege. Morgen breche ich zu meiner vorletzen Tour durch Irland auf, mehr dazu allerdings nächste Woche!

Für heute verabschiede ich mich, habt ein schönes Wochenende!







Bis hier: Newgrange / Ab hier: Knowth



Dienstag, 5. Juni 2012

Desorientiert in Donegal

Hallöchen :)

Gestern konnte ich leider nicht Blog schreiben weil ich mit Schlafen beschäftigt war, dafür bin ich jetzt hellwach und kann demnach wild in die Tasten hauen. Naja allzu wild auch wieder nicht, das mag mein kleiner niedlicher Laptop nicht so wirklich.
Warum ich gestern so viel geschlafen hab? Weil die gute Franzi halb 6 zum Flughafen gefahren werden wollte! Und als ich davon wiederkam war auch nix mit schlafen, weil gestern Mittag auch meine Gastfamilie in den Urlaub nach Fuerteventura geflogen ist und den ganzen Morgen Trubel im Haus war - keine guten Schlafbedingungen. Also hab ich mich dann irgendwann aus dem Bett geschält, und bin ins Gym gefahren, in der Hoffnung, dass wenn ich wieder da bin der Trubel sich gelegt hat und ich schlafen kann. War auch so, als ich wieder da bin musste ich ihnen nur noch einen schönen Urlaub wünschen und dann war das gaaanze Haus still. Naja, fast das ganze Haus. Den Goldfisch haben sie mir hier gelassen, und der macht erstaunlich viele Geräusche in seinem kleinen Aquarium wenn sonst gerade nichts Geräusche macht. Außerdem brummt der Kühlschrank, ticken min. 3 Uhren und immer viertel nach um geht die Kuckucksuhr los (JA, viertel nach, irgendwie sind alle zu faul, sie mal zu stellen, inklusive mir!). Schon interessant, was das Haus so für Geräusche macht, wenn man gaaaanz allein hier ist. Meine Gastfamilie ist jetzt bis Mittwoch (13.6.) im Urlaub, und ich muss erst ab dem 18.6.  wieder arbeiten, also nur noch 2 Wochen ehe ich wieder nach Deutschland zurück komme. Jetzt rast die Zeit also wirklich, heute bin ich seit exakt 10 Monaten auf der Insel und in 27 Tagen fliege ich schon wieder heim.
Die Woche mit Franzi war ein lang ersehnter Ausbruch aus der Arbeitsroutine, endlich mal jemand da mit dem man ein bisschen meckern kann, wenn die Kids ein bisschen nerven, hehe. Für die Kids wars natürlich auch spannend, besonders Caitlin hat uns direkt erklärt, dass sie Franzi viiiiel mehr liebt als mich - kein Wunder, Franzi hat ihr ja auch nicht erzählt was sie zu tun und lassen hat. Montag mittag konnte ich mich dann aber wieder vor Liebeserklärungen und Umarmungen und Küsschen kaum retten als ich ihr einen schönen Urlaub gewünscht hab, wobei Catie mir im gleichen Atemzug mitgeteilt hat, dass sie jetzt die Sonne mit in den Urlaub nehmen wird, und ich dann hier wohl mit Regen und grauem Himmel leben müsse. Und gestern strahlte sie auch noch, jetzt ist alles grau und diesig. Schweinerei!
Zurück zu letzter Woche: Freitag habe ich von meinen Gasteltern freibekommen, also haben Franzi und ich den Vormittag mit chillen und ihren Koffer mit meinen Sachen vollpacken verbracht, um dann, sobald Damien das Auto nicht mehr brauchte selbiges mit Sachen, Proviant und Kameras auszustatten und Richtung Donegal aufzubrechen. Da mein Navi ja damals stibitzt wurde, hatten wir wieder das von Henry (Damiens Vater) bekommen, was ich vor ein paar Wochen schon für die Nordirland-Tour mit Lisett benutzt hatte. Allerdings hat das Navi entschieden, dass es Franzi und mich nicht leiden kann und ist nach einer bestimmten Sekundenzahl nach dem Einschalten immer direkt eingefrorer und tat nix mehr. Das reichte zwar noch zur Positionsbestimmung aber im Prinzip waren wir aufgeschmissen, da wir auch nur eine eher vage Irlandkarte mit hatten. Zu unserem ersten Hostel für Freitag Abend haben wir uns aber noch gut gefunden, auf dem Weg mussten wir allerdings bereits einige Schafe davon überzeugen ihren Po oder ihre Schnauze ein bisschen von der Straße herunterzubewegen. Unser Hostel lag idyllisch am Süd-West-Zipfel von Donegal, und da wir auf unserem Weg in Irlands Norden die grauen Wolken gekonnt hinter uns gelassen hatten schien dort auch herrlich die Sonne vom blauen Himmel. Also haben wir den Freitag Abend in der Sonne genossen, sind ein bisschen herumgewandert, haben uns über das ein oder andere Schaf amüsiert die überall frei herumliefen und dabei ein mehr oder weniger musikalisches Mäh-Konzert von sich gaben und haben dann den Tag mit dem Beobachten des Sonnenuntergangs von einer Klippe aus beschlossen.
Am nächsten Morgen sin wir dann zu unserer Fahrt einmal quer durch Donegal (meistens an der Küste entlang) aufgebrochen. Donegal ist ein weiterer wunderschöner Teil Irlands, überall herrliche Ausblicke über Landschaft und Atlantik. Im Norden von Donegal gibt es mehrere Halbinseln die in Landspitzen mit tollen Ausblicken enden, so zum Beispiel dem Horn Head auf der Rosguill Peninsula und dem Malin Head auf der Inishowen Peninsula, welcher sogar der nördlichste Punkt Irlands ist, wenn man die kleinen Inselchen vor der Küste mal außer Acht lässt. Ohne funktionierendes Navi haben wir uns natürlich einige Male verfahren, aber es trotzdem geschafft einiges zu sehen, zum Beispiel einen von Kühen bewachten Steinkreis, einen Steinbogen an der Ostküste der Fanad Peninsula und natürlich zahlreiche Ruinen am Straßenrand, zum Beispiel den Grianán of Aileach. Unter anderem führten auf der Fanad Peninsula offenbar alle Wege nach Portsalon - zumindest theoretisch. Immerhin konnte mein Handy uns unsere aktuelle Position anzeigen, theoretisch kann das wohl auch navigieren, aber ohne Internetverbindung tuts das irgendwie nicht, aber durch die Positionsanzeige wurden wir dann sogar 2 Mal davon überrascht, dass wir uns auf der anderen Seite der jeweiligen Halbinsel befanden als erwartet. Auf dem Weg nach Hause am Sonntag sind wir dann sogar noch fast auf der falschhen Seite der Insel gelandet, weil die nordirische M1 nicht mit der irischen M1 übereinstimmt. Sonntag sind wir von der Inishowen Peninsula mit einer Fähre auf nordirischen Boden übergesetzt - eine Fähre über den Atlantik, jeeaaaah (wir müssen ja niemanden verraten, dass besagte Fähre nur 15 Minuten für den Weg über die Bucht brauchte...) - weil Franzi wenn wir einmal im Norden Irlands sind gerne den Giants Causeway sehen wollte. Also sind wir mit einem kurzen Zwischenstopp am Dunluce Castle dorthin gefahren, für mich nun das dritte Mal. Diesmal war es allerdings nicht stürmisch und grau wie bei meinen beiden vorherigen Besuchen, sondern wechselhaft-sonnig und nahezu windstill. Also kein wilder Wellengang, dafür aber mal das ganze in der Sonne sehen - ist doch auch mal was!
Alles in Allem also mal wieder ein super Irland-Erkundungs-Wochenende! Jetzt hab ich zwei Wochen Zeit mich in aller Ruhe davon zu erholen, was ich mit meiner vielen Zeit anfangen soll weiß ich noch nicht so recht, da alle andren Mädels hier oben ja trotzdem arbeiten müssen.
Ich werd schon was zu tun finden :)

Damit verabschiede ich mich auch, lade euch noch ein paar Bilderchens vom schönen irischen Norden und breche dann ins Gym auf.

Habt eine schöne Woche!

 Blick aus dem Hostelfenster ;)


 Sliabh League - Irlands höchste Klippen
 Great Pollet Arch

 Grianán of Aileach

 Blick vom Malin Head - Irlands nördlichster Punkt

 Bocan Stone Circle - von Kühen bewacht

 Dunluce Castle

Giants Causeway bei gutem Wetter 

Montag, 28. Mai 2012

Franzi in Irland

Huhu ihr Lieben :)

heut gibts einen besonderen Blog-Eintrag, weil ich heute erstens draußen im Garten in der mehr-oder-weniger-lachenden-Sonne sitze und chille und zweitens weil die liebe Franzi neben mir sitzt.
Die hab ich nämlich Freitag Nacht am Flughafen eingesammelt!

(während Anni unsere Wäsche anstellt - gestern war Shoppingtour angesagt - schreibe ich nun auch ein paar Wörtchen) Mit einer halben Stunde Verspätung hob Freitag spätabends endlich mein grüner Vogel ab. Hier angekommen war es schon nach Mitternacht - Schlafenszeit. Am nächsten Tag hat Anni mir den Strand in Laytown gezeigt. Es war unglaublich windig und ich, inzwischen an sommerliche Temperaturen gewöhnt, hab ein bisschen mit den Zähnen geklappert ;) Wir haben aber viele lustige Bilder gemacht und es ist einfach beneidenswert, den Strand so vor der Haustür zu haben! Das wird der Anni wohl in Deutschland sehr fehlen, mir natürlich auch :)
Nach einem Zwischenstop im Haus ihrer Gastfamilie sind wir dann nach Dublin gezogen und haben uns die Stadt angeguckt. Mit Heißer Schokolade (bzw. Milchshake bei Anni) in der einen und Kamera in der anderen Hand kam ich mir richtig touristenhaft vor. Als ich dann gefühlte hundert Räder vor der St. Patricks Cathedral geschlagen hab, damit Anni ein lustiges Bild schießen kann, waren wir wie eine Attraktion für die herumsitzenden alten Leutchen - sehr spaßig :)
Später haben wir dann Annis AuPair-Mädels getroffen und waren nett essen. Der Abschied der finnischen Anna sollte gefeiert werden! Abends sind wir dann zu sechst zum Pubcrawl aufgebrochen. Das ist eine geführte Tour, eigentlich für Backpacker, durch Dubliner Pubs. So sind wir einer großen Meute in zwei Pubs  mit herrlich-irischer Livemusik gefolgt, einer Rockbar (dem "Whelan's", berühmt vor allem für die 2 in ihm gedrehten Filme) und zum Schluss im Club Dandelion (dt.: Löwenzahn), wo wir bis in die Morgenstunden sehr fröhlich getanzt haben. Halb fünf zu Hause angekommen war es schon wieder hell - wir sind trotzdem noch schlafen gegangen :)

Mittags haben wir uns dann mit Lisett im Pavillions getroffen. Annis Lieblings-Shoppingcenter :) Wir haben dort Stunden alleine im Penneys (Kaufhaus) zugebracht und ich hab, dank Annis unglaublichem Modegespür, die wohl sommerlichste aller Sonnenbrillen gefunden :D Ihr könnt sie auf den Bildern vom Strand in Balbriggan bewundern, da waren wir nach der Shoppingtour. Viele, viele Muscheln haben wir dort gefunden, einige werde ich zu Hause wieder zu Schmuck verarbeiten :)
Gestern Abend haben wir noch Reste von Grace' Kochkünsten verspeist und sind dann, ziemlich müde vom Wochenende, bald schlafen gegangen.


Auch heute früh, als Anni schon arbeitete, lag ich noch faul im Bett und habe nun von Caitlin den Titel "Sleepy Head" (dt.: Schlafmütze) verpasst bekommen. Nun chillen wir noch ein Bisschen draußen in der Sonne und werden bald die kleine Caitlin wieder abholen.

Soweit von uns, liebste Grüße aus dem irischen Sommer! :)


 Franzis grünes Kleeblatt-Flugzeug



 Beim Herumtollen am Laytown Beach


 Supercooles Auto, was auf Braut und Bräutigam vor der Kirche des Trinity College wartete

 Franzi schlägt Rad vor der St. Patricks Cathedral

 Das Gefährt der Wikingertour durch Dublin

 Ich mit einem Babyguinness

 Die finnische Anna und wir beide :)

 "The Old Storehouse" - einer der Pubs mit der irischen Musik

 Blüüümchenwiese :)

 Herumtanzen am Balbriggan Beach

Anni, das Dressurpferd

Montag, 21. Mai 2012

Dies und Das

Hallöchen :)

Pünktlich zum Montag schreib ich zwar wieder Blog, aber so viel gleich voraus: es war nicht viel los!
Dienstag ist Conor 13 geworden. Caitlin und ich haben ihm natürlich Kuchen gebacken, aber Geburtstage sind hier immer noch irgendwie nicht so groß wie in Deutschland. Die Geschenke von seinen Eltern hat er auch schon am Abend des 14. Mai bekommen weil Damien dann zur Nachtschicht musste und so ja am nächsten Morgen auf keinen Fall aufstehen hätte können...chrmchrm! Conor meinte dann am Tag nach seinem Geburtstag auch gleich mal austesten zu müssen, ob er sich jetzt als Teenager mehr erlauben könne und musste leider lernen, dass das nicht der Fall ist. Aber Eoghain hat ja nach seinem Geburtstag im Februar auch schnell begriffen, dass daneben benehmen nicht weniger Ärger mit sich bringt, nur weil er jetzt ein Jahr älter ist.

Diese Woche habe ich den Kids auch das Boccia-Spiel überreicht, was Mutti mir über Johanna mitgegeben hatte, und am Wochenende hat Damien auch eeeendlich den Rasen gemäht, damit wir jetzt nicht mehr "Wo zum Henker ist die kleine Kugel?!" spielen müssen sondern endlich richtig Boccia spielen können. Die Jungs kannten das Spiel zwar schon irgendwo her, aber es haben sich trotzdem alle drei sehr gefreut, und Caitlin fragt mich jetzt aller halbe Stunde ob wir es spielen können - selbst wenn es draußen schüttet.

Heute tut's das aber so gar nicht, heute strahlt die Sonne vom blauen Himmel, und es ist mit 15°C auch nicht mehr ganz so kühl wie letzte Woche. Es soll diese Woche sogar bis 18°C hochgehen (und nein, ich will nicht hören, dass ihr nochmal 7 Grad mehr bekommen sollt!). Mit Caitlin war ich heut, nachdem ich sie aus der Vorschule abgeholt habe, ein Weilchen am Strand, wo sie herumgesprungen ist und zahlreiche Steine im Wasser versenkt hat. Dieses Steine-ins-Wasser-werf-Spiel muss echt faszinierend sein, damit hat sie sich eine ganze Weile beschäftigt ohne, dass es ihr langweilig wurde.

Am vergangenen Wochenende hatte ich mir ausnahmsweise mal nichts vorgenommen. Ich brauchte einfach mal wieder Zeit zum Schlafen und Nichts tun. Damit hab ich mich auch Samstag größtenteils beschäftigt, abgesehen von einem kurzen Trip ins Pavillions, weil ich mir ein neues Portemonaie kaufen wollte, eh mein geliebtes altes völlig auseinanderfällt. Sonntag war ich dann noch ein bisschen mit Lisett in Dublin unterwegs, hauptsächlich zum Kaffee trinken und um ein bisschen gechillt durch ein paar Läden zu ziehen, allerdings ohne nennenswerte Einkäufe zu tätigen.

Damit verabschiede ich mich auch schon wieder, und freue mich weiter auf Freitag Abend, wenn ich endlich meine kleine Franzi vom Flughafen abholen kann :)

Habt eine tolle Woche!

       Conors Geburtstagskuchen, der kleine auf der linken Seite wurde von Caitlin ganz allein dekoriert!


                                                         "Anni! Look how strong I am!!"