Da bin ich schon wieder, diesmal sogar noch pünktlich zum Montag! Und mal wieder bin ich nebenbei gerade dabei, dem Irischen Fußballteam beim Spielen zuzuschauen, mal sehen, wie sie sich in ihrem letzten Spiel im Turnier machen, bisher konnten die Iren ja bei dieser EM nur mit Gesangstalent ihrer Fans beeindrucken.
Am Freitag Abend bin ich erst mit dem Bus nach Dublin gefahren, hab mich da dann mit Lisett getroffen und bin dann von da aus mit einem Expressbus nach Cork gefahren. Cork ist Irlands zweitgrößte Stadt, und sie sehen sich als die "wahre" Hauptstadt Irlands, hauptsächlich, weil das County Cork größer ist als das County Dublin. In Dublin und Umland leben aber mehr als dreimal so viele Menschen wie in Cork und Umland, und ich hab zwar viel mehr von Dublin gesehen also von Cork, aber auch vom Flair der Städte muss ich eindeutig sagen, dass ich Dublin auf allen Ebenen bevorzuge. Dublin ist eben einzigartig. Cork ist nicht hässlich oder sonstwie unangenehm (bis auf den Fakt vielleicht, dass die Innenstadt ein einziges Labyrinth ist) aber es hat irgendwie nicht dieses spezielle Feeling, was in Dublin von jeder Hauswand abstrahlt. Nichtsdestotrotz ist es ganz hübsch da.
In Cork wurden Lisett und ich also Freitag am späten Abend von Lisetts ehemaliger Schulkameradin Julia, die auch ein Jahr als AuPair in Irland ist, nur eben in Cork, abgeholt und sind dann zu ihr nach Ballincollig gefahren, einem der Vororte. Dort haben wir dann noch ein bisschen gequasselt und dann - mehr oder weniger gut - geschlafen. Am nächsten Morgen haben wir schön zusammen gefrühstückt und danach sind Lisett und ich nach Cork aufgebrochen, um eine Tagestour in Corks Umland zu machen. Julia hat uns da nicht begleitet, da sie alle Ziele unserer Tour bereits gesehen hat, außerdem musste sie am Vormittag eh noch ein bisschen arbeiten.
Mit einem sehr lustigen jungen Iren als Tourguide, der uns bei der Fahrt aus Cork heraus mit so manchem verrückten Detail über die Corker Einwohner versorgte (er selbst war ein Dubliner, also hat er einige Witze über die Corker gerissen, die Wortgruppe "weird Cork people" (verrückte Corker Einwohner) fiel etwa 3mal in der Minute...Aus Cork herausgefahren, war das erste Ziel des Tages das Fischerdorf Kinsale. Kinsale ist sehr hübsch, und für seine zahlreichen qualitativ guten Seafood-Restaurauts bekannt. Davon gab es da wirklich viele, beim kurzen Spaziergang durch das Örtchen sind wir von Gerüchen aus den vielen Restaurants und Pubs begleitet worden.
Nachdem wir uns Kinsale angeschaut haben ging es weiter mit der wilden Fahrt, jetzt stand das Blarney Castle auf dem Plan. Das Blarney Castle ist ein recht beeindruckender Bau. Das Highlight des Castles ist der berühmt-berüchtigte Blarney Stone, ein Stein in der Burgmauer ganz oben, der Redefreudigkeit und -wendigkeit positiv beeinflussen soll, wenn man ihn küsst. Um diesen Stein allerdings küssen zu können muss man sich auf ein kleines Abenteuer begeben. Der Blarney Stone ist nämlich so lokalisiert, dass man sich flach auf den Boden legen muss, sich rückwärts über die Kante robben muss und sich nach unten lehnen muss um ihn zu erreichen. Für die von euch, die das jetzt nicht so ganz verstanden haben (ich würde diese Erklärung glaub ich auch nicht verstehen, wenn ich nicht wüsste, wie sie gemeint ist) werde ich unten einfach mal ein Bild von mir anfügen, wie ich besagten Stein mit einem Knutscher versehe.
Nachdem wir uns das Blarney Castle ausführlich angeschaut haben und durch den Park um es herum zum Bus zurückspaziert sind, brachen wir dann zum letzten Tagesziel auf, dem Küstenort Cobh. Cobh ist am bekanntesten dafür, dass hier die Titanic ihren letzten Halt machte, bevor sie sich auf ihre Schicksalsfahrt Richtung Amerika begab. Um sich das ein bisschen vorstellen zu können, stand da auch netterweise gerade ein riesenhaftes Kreuzfahrtsschiff im Hafen. Gegenüber des Cobher Hafens liegt die Insel, die die Irische Navy beheimatet. Diese umfasst eine unglaubliche Anzahl von 7 Armeeschiffen, wäre es eins weniger würden sie nichtmal mehr als Navy gelten, sondern nur als Life Guard. Von diesen 7 Schiffen lag auch da nur eines vor Anker, nicht sehr beeindruckend.
Cobh selbst ist an sich sicher ein sehr idyllischer Hafenort, die Promenade ist sogar von zahlreichen Palmen gesäumt. Zeigen kann ich euch das allerdings nicht, weil es recht ungemütliches Wetter war, als wir da anhielten und ich die Kamera im Bus gelassen hatte, die mag Duschbäder nicht so sehr.
Wieder in Cork angekommen sind Lisett und ich wieder zu Julia nach Ballincollig gefahren, wo wir etwas gegessen und uns ein bisschen die Zeit vertrieben haben, bevor wir abends nochmal nach Cork aufgebrochen sind um das dortige Nachtleben zu testen. Furchtbar lange waren wir allerdings nicht unterwegs, da gerade ich von der Nacht davor in der ich wegen einer undichten Luftmatratze quasi auf dem Fußboden "geschlafen" habe und demzufolge nur etwa 2 Stunden Schlaf abbekommen hatte, wenns hochkommt, bereits einigermaßen ermüdet war. Es waren allerdings auch in Cork nicht mal ansatzweise so viele Leute unterwegs wie man in Dublin an einem normalen Samstagabend antreffen würde, da fehlte also auch ein bisschen die Stimmung. In der Nacht danach habe ich dann auf einer größeren und etwas dichteren Luftmatratze genächtigt und demnach ein bisschen mehr Schlaf abbekommen, also konnten wir Sonntag nach einem weiteren netten Frühstück guter Dinge nach Cork aufbrechen. In Cork sind wir dann bei wunderschönem irischen Regenwetter (Achtung Ironie!) durch die Straßen gezogen, haben Mittags bei einem kleinen Italiener was Kleines gegessen, sind weiter durch den Regen und die Läden gebummelt und haben dann, bevor ich mich wieder in den Bus nach Dublin setzen musste, noch einen Kaffee getrunken. Von Cork bis Julianstown war ich von um 5 bis um 10 unterwegs, konnte also nichtmal das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft verfolgen. Lisett hatte den Montag noch frei also ist sie erst heute wieder Richtung Dublin gefahren.
Ich habe jetzt nur noch 9 Arbeitstage vor mir, allerdings wunderschöne 10-Stunden-nonstop Tage, da die Kids teilweise schon Ferien haben. Und in zwei Wochen um diese Zeit sitze ich schon wieder im Kreis der Familie in Torgau! Die Zeit fliegt nun wirklich davon.
Eine schöne warme Juniwoche wünsche ich euch! (wir dümpeln hier bei 14 Grad und Regenwetter herum...was für ein komischer Juni!)
Blick auf Kinsale
ein Schaufenster in Kinsale
eine kleine Kirche in Kinsale
Die Guinness-Schilder sind noch immer die Coolsten!
Blarney Castle aus der Ferne...
...und aus der Nähe.
Blick in die unterirdischen Kerkergänge der Burg
Im Inneren der Burg - eine Etage ist verschwunden, also hängt der uralte Kamin in der Luft
Blick auf ein alten Herrenhaus vom Castle
Blick ins Innere des Blarney Castle
Und wie versprochen: Ich beim Küssen des Blarney Stone! (ja, unter meinem Kopf gehts knapp 30m in die Tiefe!)











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