Montag, 20. Februar 2012

Going West

Hallöchen da bin ich mal wieder :)

ich gebe zu, dass es eine ganze Weile gedauert hat seit dem letzten Blog, aber dafür hab ich jetzt besonders viel zu zeigen/erzählen!
In der Woche nach meinem letzten Blog-Eintrag lagen Caitlin und ich beide mit einer irischen Version der Grippe flach, also gibts davon nicht viel zu berichten. Das einzig Interessante war ein extremes Nebelaufkommen den lieben langen Tag lang am Freitag. Der Witz dabei war, dass einige Iren, die sonst auch ab und zu mal bei strahlender Sonne mit kompletter Nebellichtausrüstung fahren, sich dann bei Starknebel mit etwa 50m Sichtweite auf dem Motorway einfach entschlossen hatten ganz ohne Licht zu fahren. Ich hab sie wortwörtlich erst eine Sekunde bevor ich sie passiert habe gesehen. Glücklicherweise traf das aber nur auf einige wenige zu. Allerdings hab ich nun das erste mal in meinem Leben Nebelscheinwerfer und Nebelschlussleuchte eines Autos angemacht und bin damit herumgefahren, wie aufregend, hihi. Laut Damien machen die Iren übrigens so viel Mist mit ihren Autolichtern weil sie einfach keine Ahnung haben wie die angehen. Er meinte bei so mancher Verkehrskontrolle hätten die Besitzer von Autos die mit voller Prachtbeleuchtung herumfuhren nervös an ihren Schaltern herumgeklickt und die Polizisten die draußen standen gefragt ob sie denn nun aus seien. Spricht ja Bände.


Richtung Wochenende hin war ich zwar einigermaßen über den Damm aber habe einer Party-Nacht in Dublin mit meinen Mädels trotzdem eine Absage erteilt, da ich es vorzog vorher vernünftig gesund zu werden ehe ich mich solchen "Strapazen" aussetze. Außerdem hatte ich eh noch Halsschmerzen inklusive Schluckbeschwerden was ja fürs Party machen dezent ungeeignet ist. Samstag hab ich also hauptsächlich mit Schlafen verbracht und Sonntag war ich zwar mit Johanna shoppen, habs aber ansonsten auch ruhig angehen lassen.
Die darauffolgende Woche war arbeitstechnisch sehr anstrengend, die Kinder hatten Ferien. Blöde Ferien! Ferien heißen für mich nur eins: 10 1/2 Stunden arbeitstage die ganze Woche entlang. Und das ist sauermüdend, vor allem auch, weil man dann ja irgendwie auch einfach nicht raus kommt. Diese Woche müssen sie aber allesamt wieder in die Schule, also kann ich endlich wieder vormittags ins Gym gehen bzw. einfach noch ein bisschen schlafen, falls die Nacht nicht ausreichend war.
Nun aber zum eigentlichen Ereignis: Freitag Abend hab ich meine Sachen gepackt, mir 4 meiner Mädels geschnappt und dann sind wir nach Galway gefahren, an die Westküste Irlands. Diesen Teil von Irland wollte ich ja schon lange mal erobern, und es war wirklich atemberaubend. Getreu dem Motto "Wenn Engel reisen..." hatten wir von Samstag Morgen bis Sonntag Abend durchgehend Sonnenschein, obwohl die Wettervorhersage Wolken, Regen und sogar Nebel vorausgesagt hatte. Wir sind halt Glückspilze.
Aber legen wir es mal chronologisch an. Samstag Morgen sind wir von Galway aus Richtung Süden gestartet, das erste große Ziel des Tages waren die Cliffs of Moher. Auf dem Weg dahin mussten wir allerdings schon einigen Weg durch die Landschaft des Burren zurücklegen....und haben uns allesamt direkt in Westirland verliebt. Direkt am Straßenrand liegend war dann auch der erste Anlass für einen Stopp: Dunguaire Castle: eine alte Schlossruine die malerisch an der Atlantikküste auf ihrem Hügel steht.
Kurz danach ging es ein bisschen tiefer ins Landesinnere, da wir uns entschlossen hatten, die Route durchs Landesiinnere zu den Cliffs of Moher zu fahren, um danach die Küstenlinie entlang zurück zu fahren. Fabelhafte Landschaft, man kann sich gar nicht daran satt sehen.

                                                              Dunguaire Castle


Schließlich haben wir dann unser erstes großes Ziel erreicht: die Cliffs of Moher. Die bekanntesten Steilklippen Irlands, die auf einer Länge von 8km ca. 120 bis maximal 214m hoch nahezu senkrecht aus dem Atlantik ragen. Berüchtigt sind die Cliffs für schlechtes Wetter und Nebel. Wir Glückspilze durften sie allerdings bei strahlendem Sonnenschein besichtigen. Man wollte den Blick von dieser eindrücklichen Naturschönheit einfach nicht abwenden. Allerdings mussten wir das ab und zu, denn wir hatten zwar strahlendsten Sonnenschein...aber auch seeeeeehr starken Wind. Wie stark der Wind war, hab ich keinen Schimmer aber zwischendurch war er so stark, dass ich mich nicht mehr aufrecht stehend auf den Beinen halten konnte und mich hinhocken musste. Und ich bin ja nicht unbedingt eine Feder. Also sehr starker Wind! Nichtsdestrotz waren wir alle "totally amazed"....und hatten alle ein seltsam erfrischtes Gefühl, als wir wieder von den Cliffs wegfuhren. Wenn man all die Bilder von anderen die vor einem da waren sieht, denkt man zwar schon "Sehr eindrücklich" aber wenn man sie dann selbst sieht, ist man schon irgendwie geflasht, das is noch mal ganz was anderes als sie nur auf Bildern zu sehen. Ich zeig euch trotzdem ein paar ;)






Von den Cliffs kommend haben wir dem kleinen Küstendorf Doolin einen Besuch abgestattet und dort in einem urigen Pub lecker gespeist. So für den Rest des Tages gekräftigt ging es dann wieder ins Landesinnere des Burren. Das neue Ziel war der Poulnabrone Dolmen. Auf dem Weg dahin sind wir die unmöglichsten Straßen entlanggefahren, steil hoch, steil runter, tausende Kurven, Straßen, die nicht breiter sind als ein Auto, dabei aber umsäumt von Steinmauern oder Büschen die einem ein Ausweichen nahezu unmöglich machen, sollte dann doch mal ein Auto entgegenkommen. Glückspilze wie wir sind kam uns aber an den wirklich engen Stellen nie ein Auto entgegen, sodass wir uns voll uns ganz auf den Ausblick (und ich natürlich aufs Fahren) konzentrieren konnten. Angekommen am Ziel, dem Wedge Tomb aus der Jungsteinzeit, haben wir natürlich auch da wieder tausende Bilder geschossen und mal wieder Glück gehabt: gerade als wir uns entschlossen weiter zu fahren, kam ein großer Reisebus voller Touristen an (wie der die Straßen bis da hoch gemeistert hat ist mir ein Rätsel), vorher hatten wir die Szenerie aber nahezu für uns allein gehabt. Wir sind also wirklich mit viel Glück gereist. Nach dem Poulnabrone Dolmen sind wir dann durch die steinreichen Hügel des Burren zurück Richtung Galway aufgebrochen.


                                                            Wunderschöne Karste

                                                            Poulnabrone Dolmen



Am Sonntag morgen sind wir dann aus dem Hostel ausgecheckt, und weiter ging die wilde Fahrt. Diesmal allerdings Richtung Norden. Auf dem Plan für Sonntag stand lediglich ein Programmpunkt: Connemara. Das Durchfahren und Erleben dieser weiteren atemberaubenden Landschaft hat uns allerdings auch gut den ganzen Tag in Anspruch genommen. Wenn wir jedes Mal angehalten hätten, wenn wir was schönes gesehen haben, hätten wir für die Tour etwa 3 Wochen gebraucht. Trotz allem haben wir viele sehr beeindruckende Landschaftsansichten passiert, und natürlich auch geschätzte 100mal angehalten um Tausende von Bildern zu schießen und einfach alles zu genießen. Und wir haben natürlich auch Connemara-Ponys getroffen, mussten 10min lang wegen einer entgegenkommenden Kuhherde anhalten und haben viele viele Schafe von der Straße hupen müssen. Alles in allem ein Erlebnis ;)


                                                                    Spiddal

                                  Erste Blicke auf die typische Connemara Landschaft

                                                                     Roundstone



                               Die letzten drei Bilder: vom Aussichtspunkt der Sky Road

                                                                       Die Crew ;)

                                                          Ein Connemara Pony

                                                                       Clifden

                                                                 Kylemore Abbey


Nach alledem, etwa 1000 gefahrenen Kilometern in 48h, vielen vielen Stops und lustigem Essen bzw. Trinken in westirischen Pubs könnt ihr euch vielleicht vorstellen wie sich mein Rücken und mein Nacken angefühlt haben als wir Sonntag abend gegen 9 wieder an der Ostküste ankamen. Ich kann es immernoch fühlen, aber das war es wert!

Ich wünsche euch eine wunderschöne Woche!

1 Kommentar:

  1. Ich glaub, du hast dir ein einfach schönes Land für dein Auslandsjahr ausgesucht! Wunderschöne Bilder auf jeden Fall :) Da freu ich mich gleich noch mehr auf meinen Besuch ;)

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